clear clear

Buchtip

  barsch Gundula Barsch
Neuer Start mit alter Power:
Eine Einrichtung für Jugendliche mit problematischem Konsum
legaler und illegaler Drogen
Reihe Wissenschaft & Technik
Leipzig: Engelsdorfer Verlag 2005, 237 S.
ISBN 3-938607-59-9, EUR 14,95 (D), 15,40 EUR (A)
 

 

Unzählige Jugendliche probieren Drogen legaler und illegaler Art. Sie experimentieren mit ihnen, suchen nach den für sie passenden Regeln im Umgang mit diesen Substanzen und loten deren Rolle für ihren individuellen Alltag aus. Bei diesem zweifellos schwierigen Prozess finden manche Jugendliche erst nach mehreren Anläufen erfolgreich zu ihren eigenen Maßstäben, Ritualen und Regeln. Einige von ihnen aber scheitern immer wieder, bekommen aufgrund der Drogen Probleme in anderen Lebensbereichen und verspielen so Stück für Stück ihre Chancen und den guten Start in das Erwachsenenleben. In solchen Fällen sind Eltern, Lehrer und Sozialarbeiter oft ratlos. Allzu schnell wird dann das Etikett „Suchtkrankheit“ verwendet, das dazu führt, die mit Drogenkonsum auffällig gewordenen Jugendlichen weiterzureichen an das medizinisch-therapeutische Behandlungssystem. Doch je jünger die Jugendlichen sind, um so weniger ist dieses Suchtkranken-Hilfesystem auf diese Patientengruppe vorbereitet - und um so mehr mangelt es diesem therapeutisch angelegten System an Möglichkeiten, auf die speziellen Bedürfnisse dieser jugendlichen Gruppe einzugehen. Die Folgen sind Therapie-Abbrüche, Stagnationen oder Rückfälle, die die Jugendliche in ihrer Entwicklung eher behindern als voranbringen. Angesichts dieser prekären Situation baut das Buch die These aus, den hoch problematischen Drogenkonsum im Jugendalter nicht als Sucht und damit als krankheitsbedingt zu verstehen, sondern als eine Spielart exzessiven Verhaltens, wie es auch in anderen Formen von Jugendlichen gelebt wird. In Abkehr vom dominierenden Behandlungskonzept wird daher ein pädagogisches Begleit-Konzept für problematisch konsumierende Jugendliche entwickelt. Dazu wird auf moderne jugendsoziologische Erkenntnisse zurückgegriffen, nach denen Drogenkonsum weder aus dem Leben der Jugendlichen ausgesondert werden kann noch therapeutisch separat zu korrigieren ist. Drogenkonsum wird vielmehr als eng verwoben betrachtet mit allen anderen Bereichen und Ebenen des Lebens, weshalb er oft mit der Nichtbewältigung jugendspezifischer Entwicklungs-Aufgaben einhergeht. Hilfe und Unterstützung bei der erfolgreichen Bewältigung dieser speziell an Jugendliche gestellten Aufgaben sind wesentliche Beiträge, ihnen auch über die Phase problematischen exzessiven Drogenkonsums hinweg zu helfen und destruktiven Entwicklungen vorzubeugen.

 

  bel M. Belgrave, B. Erkamp, A. Dragutinovic, R. Kerssemakers
Drogen im Gehirn
Amsterdam: PrevNet 2005, 1 CD, EUR 15,00
 

 

Der Konsum von psychoaktiven Substanzen wie Alkohol, Amphetaminen, Kokain oder auch Nikotin hat direkte Auswirkungen auf das Gehirn. Je nach Substanz und Dosierung werden biochemische und physiologische Prozesse angestoßen, die verschiedenartige Effekte auf das Verhalten zur Folge haben: Die Wirkung kann beispielsweise dämpfend, anregend oder halluzinogen sein. Mit Hilfe von Animationen ist es gelungen, diese komplexen Vorgänge im Gehirn anschaulich darzustellen. Schritt für Schritt kann die erhöhte Serotonin-Ausschüttung nach dem Konsum von Ecstasy ebenso verfolgt werden wie die Freisetzung von Adrenalin aufgrund von Tabak. Ergänzt werden die Animationen mit Hinweisen zu Auswirkung und Folgen des Konsums der jeweiligen Droge und den damit verbundenen Risiken. Die CD „Drogen im Gehirn“ ist in acht Bereiche unterteilt. Zunächst wird in die normale Funktionsweise unseres Gehirns eingeführt. Darauf aufbauend werden dann die Prozesse in Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol, Amphetaminen, Cannabis, Ecstasy, Heroin, Kokain, LSD und Nikotin veranschaulicht. „Drogen im Gehirn“ wurde im Rahmen von PrevNet, dem europäischen Netzwerk zur Förderung des Einsatzes von Informationstechnologien in der Suchtprävention entwickelt und lag bisher nur als Flash-Animation im Internet vor. Die mehrsprachige CD gibt es beim Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., Repsoldstr. 4, 20097 Hamburg, Tel. 040/28 49 91 80, Fax 040/28 49 91 819, E-Mail: bfs@suchthh.de, www.suchthh.de (Online-Bestellung über: http://www.suchthh.de/medien).

   

nach oben   

lesen